"Fehlende Studien"-Argument

03 Mar 2019 - 14:49 | Version 10 |

Prototypische Formulierung

Es gibt bisher keine Studien, die zeigen, dass Computereinsatz / 1:1-computing / digitale Medien zu besseren Schulleistungen führen.

Beispiele

Wenn behauptet wird, man lerne durch digitale Medien in Schulen besser, dann muss zunächst einmal festgehalten werden, dass der Beweis dieser Behauptung nach wie vor aussteht. »Fast alle Studien zum Lernerfolg beim Computereinsatz in der Schule wurden nicht von ungefähr von der Computerindustrie und den Telefongesellschaften angestoßen und gesponsert«, stellt der Insider Uwe Afemann fest. Tatsächlich gibt es bis heute keine unabhängige Studie, die zweifelsfrei nachgewiesen hätte, dass Lernen allein durch die Einführung von Computern und Bildschirmen in Klassenzimmern effektiver wird.
Manfred Spitzer im Buch Digitale Demenz (Biblionetz:b04942)

b04942

Es bestehen große Zweifel, dass die Lernleistungen der Schülerinnen und Schüler sich durch eine veränderte IT-Ausstattung an den Schulen verbessern. Nicht nur Medienwissenschaftler wie Ralf Lankau und Paula Bleckmann vom „Bündnis für humane Bildung“, erklären seit Jahren fast mantraartig, dass bisher keine einzige valide wissenschaftliche Studie den Nutzen von Digitaltechnik für schulische Lernprozesse nachweisen konnte.
Nils B. Schulz im Artikel Tablets machen nicht klüger (Biblionetz:t24021)

Verwandte Argumente

Gegenargumente

  • Selbstverständlich gibt es Studien, die bessere Schulleistungen aufgrund von Computereinsatz oder 1:1-Ausstattungen belegen. In dieser Pauschalität ist das Argument sinnlos. Man muss die Frage differenzierter betrachten.
  • Neben den tradtionell mit bisherigen Prüfungen gemessenen Leistungen können Computer evtl. auch Kompetenzen fördern, die sich eben mit bisherigen Prüfungen nicht messen lassen:
    • Medienkompetenz,
    • sich zu helfen wissen,
    • wissen, wo im Internet nachschlagen,
    • etc.

Manfred Spitzer behauptet auch, es gäbe keine einzige seriöse Studie - hat aber selbst eine publiziert

Spezifisch zur Aussage von Manfred Spitzer: Am von Manfred Spitzer geleiteten ZNL wurde eine Studie zum Mathematik-Lernprogramm "bettermarks" (Biblionetz:t20369) verfasst, die dem Programm lernförderliche Eigenschaften attestiert. Frage: Ist diese Studie nun unseriös?

t20369

Weitere Bemerkungen

  • Besonders schwierig ist diesem Argument in Pilotprojekten zu begegnen wink

Kontakt

  • Beat Döbeli Honegger
  • Plattenstrasse 80
  • CH-8032 Zürich
  • E-mail: beat@doebe.li