"Überforderte Eltern"-Argument

27 Dec 2015 - 16:40 | Version 6 |

Prototypische Formulierung

Eltern haben keine Ahnung, wie sie mit der Nutzung von digitalen Medien ihrer Kinder umgehen sollen. Darum möchten sie gar nicht damit konfrontiert werden.

Beispiele

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Verwandte Argumente

Gegenargumente

Isolation kaum möglich

Die digitale Medien sind in der heutigen Zeit kaum mehr wegzudenken. Man kann sich vor dieser Entwicklung nicht isolieren. Früher oder später werden die Kinder in den Kontakt mit diesen Medien kommen. Gegenwärtig wachsen die Kinder mit den Medien auf. Sie sind im Alltag allgegenwärtig und schon früh werden sie von den kleinsten beherrscht. Medien erfüllen die Menschen mit einem befriedigenden Konsumerlebnis. Mit Medien werden soziale Strukturen und neue Gemeinschaften gebildet (Mikos, 2004, S. 40-52). Die Kinder wachsen demzufolge in einer sehr medienreichen Welt auf. Die KIM Studie 2012 zeigte dass Haushalte, in denen Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren leben, nahezu komplett mit Computer und Internetzugang ausgestattet sind (Behrens & Rathgeb, 2011, S.8).

Zukunft

Medienkompetenz ist sogar äusserst wichtig und wird immer mehr verlangt. Sei es in vielen Berufen oder im Alltag. Gerade deswegen sollten die Kinder darauf vorbereitet werden. Früher waren vor allem die Familie, Nachbarschaft, Verwandtschaft, Freunde etc. massgebend bei der Entwicklung der Identifikation. Doch heute zählen noch viele weitere Bestandteile dazu wie Fangruppen im Internet etc. Ein Kindergartenkind, das eingeschult wird, hat drei Sozialisationsinstanzen 1. Der Kindergarten 2. Die Medien und 3. Das Elternhaus. Bei den Jugendlichen kommt noch eine 4. Sozialisationsinstanz dazu nämlich die Peer-Gruppen (Mikos, 2004, S.40-52). Durch diese Entwicklung kann davon ausgegangen werden, dass sich in naher kein Zukunft keine Minimirung mit dem Medienkonzum beziehungsweise -kontakt der Kinder stattfinden wird.

Erziehungsaufgabe

Gerade Eltern, denen selber das nötige Wissen fehlt und die darum Schwierigkeiten haben den Kindern den Umgang mit digitalen Medien beizubringen, sind oft froh wenn die Schule diesen Bildungsauftrag übernimmt.

Chancengleichheit

Die Hintergründe der einzelnen Kinder sind verschiedene. Gewisse wachsen in einem medienarmen, andere in einem medienreichen Umgang aus. Auch das Medienwissen der Eltern ist stark heterogen. Indem die Schule den Umgang mit digitalen Medien thematisiert, können diese verschiedenen Voraussetzungen etwas ausgeglichen und mehr Chancengleichheit ermöglicht werden.

Quellen

• Behrens, P. & Rathgeb, T. (2011). KIM – Kinder + Medien, Computer + Internet. Stuttgart: Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg.

• Mikos, L. (2004). Medienkompetenz im 21. Jahrhundert. In D. Wiedemann (Hg.), Medienkompetenz. Modelle und Projekte (S.40-52). Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

(Annina Ruch & Marina Inglin)

Diskussion

  • Ich glaube nicht so ganz an dieses Argument. Die meisten Eltern, denen ich bisher begegnet bin, wollten entweder aus anderen Gründen keine digitalen Medien in der Schule oder waren aber im Gegenteil sehr froh, dass sie einen Teil der Erziehungsaufgaben delegieren konnten (bzw. meinten, delegieren zu können). -- BeatDoebeli - 12 Feb 2013

 

-- BeatDoebeli - 12 Feb 2013

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  • Beat Döbeli Honegger
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