"Ablenkung statt Lernen"-Argument

11 Jun 2017 - 12:01 | Version 6 |

Prototypische Formulierung

Schülerinnen und Schüler werden die digitalen Medien nicht zum Lernen, sondern zur Ablenkung vom Unterricht einsetzen.

Beispiele

Die Manager der Internetkonzerne aus dem Silicon Valley schicken ihre Kinder bevorzugt in Waldorfschulen, an denen digitale Geräte verboten sind, weil das Ablenkungs- und Zerstreuungspotenzial durch diese Geräte massiv verstärkt wird und wichtige Lernprozesse, in denen es um die grundlegenden Kulturtechniken, die Entwicklung von Fantasie und Kreativität, die Erkundung der realen Welt geht, dadurch sabotiert werden.

Konrad Paul Liessmann im Interview, 7.06.2017, Biblionetz:t19533, http://derstandard.at/2000058809898/Philosoph-Liessmann-Wir-haben-immer-weniger-im-Kopf

Verwandte Argumente

Gegenargumente

Ausserhalb der Schule sind digitale Medien heute alltäglich. Im Jahr 2013 besitzen 95% der 12-19-Jährigen ein Smartphone, die meisten Arbeitsplätze verfügen über Computer, meinst mit Internetzugang. Somit gehören digitale Medien zur Alltags- und künftigen Arbeitsrealität von Schülerinnen und Schülern mit allen Vor- und Nachteilen. In der Schule sollten Schülerinnen und Schüler deshalb lernen, wie diese Geräte sinnvoll genutzt werden können, welche Gefahren dabei bestehen und wie man sich davon nicht ablenken lässt. Wo, wenn nicht in der Schule soll der sinnvolle Umgang mit digitalen Technologien gelernt werden?

Eine schulische Nutzung digitaler Medien kann auch das Bild dieser Medien bei Kindern und Jugendlichen mit prägen. Sie lernen, dass digitale Medien nicht nur für Spass und Spiel, sondern auch für Lernzwecke nutzbar sind.

Dies setzt allerdings voraus, dass Lehrerinnen und Lehrer wissen, wie man digitale Medien sinnvoll im Unterricht einsetzt und auch das Ablenkungspotenzial digitaler Medien wirkungsvoll eindämmt. Siehe darum das Skill-Argument.

Quellen

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Diskussion

 

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