"Fehlende Studien"-Argument

22 Jan 2018 - 13:46 | Version 8 |

Prototypische Formulierung

Es gibt bisher keine Studien, die zeigen, dass Computereinsatz / 1:1-computing zu besseren Schulleistungen führen.

Beispiele

Wenn behauptet wird, man lerne durch digitale Medien in Schulen besser, dann muss zunächst einmal festgehalten werden, dass der Beweis dieser Behauptung nach wie vor aussteht. »Fast alle Studien zum Lernerfolg beim Computereinsatz in der Schule wurden nicht von ungefähr von der Computerindustrie und den Telefongesellschaften angestoßen und gesponsert«, stellt der Insider Uwe Afemann fest. Tatsächlich gibt es bis heute keine unabhängige Studie, die zweifelsfrei nachgewiesen hätte, dass Lernen allein durch die Einführung von Computern und Bildschirmen in Klassenzimmern effektiver wird.
Manfred Spitzer im Buch Digitale Demenz (Biblionetz:b04942)

b04942

Verwandte Argumente

Gegenargumente

  • Selbstverständlich gibt es Studien, die bessere Schulleistungen aufgrund von Computereinsatz oder 1:1-Ausstattungen belegen. In dieser Pauschalität ist das Argument sinnlos. Man muss die Frage differenzierter betrachten.
  • Neben den tradtionell mit bisherigen Prüfungen gemessenen Leistungen können Computer evtl. auch Kompetenzen fördern, die sich eben mit bisherigen Prüfungen nicht messen lassen:
    • Medienkompetenz,
    • sich zu helfen wissen,
    • wissen, wo im Internet nachschlagen,
    • etc.

Spezifisch zur Aussage von Manfred Spitzer: Am von Manfred Spitzer geleiteten ZNL wurde eine Studie zum Mathematik-Lernprogramm "bettermarks" (Biblionetz:t20369) verfasst, die dem Programm lernförderliche Eigenschaften attestiert. Frage: Ist diese Studie nun unseriös?

t20369

Weitere Bemerkungen

  • Besonders schwierig ist diesem Argument in Pilotprojekten zu begegnen wink

Kontakt

  • Beat Döbeli Honegger
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